Aktuelle Lehrmodule

  • Design-/Medientheorie (Pflicht, Master-of-Arts Design Interaktiver Medien/Interactive Media Design, Hochschule Furtwangen)
     
  • Forschungsmodul/Wissenschaftstheorie (Pflicht, Master-of-Arts Design Interaktiver Medien/Interactive Media Design + Master-of-Science Medieninformatik, Hochschule Furtwangen)
     
  • Design-/Medienwissenschaft (Pflicht, Bachelor-of-Arts Medienkonzeption, Hochschule Furtwangen)
     
  • Design-/Medienästhetik (Wahlpflicht, Bachelor-of-Arts Medienkonzeption, Bachelor-of-Science OnlineMedien, Bachelor-of-Science Medieninformatik, Hochschule Furtwangen)
     
  • Designredaktion (Wahlpflicht, Bachelor-of-Arts Medienkonzeption, Bachelor-of-Science OnlineMedien, Bachelor-of-Science Medieninformatik, Hochschule Furtwangen)
     
  • Film Studies (Wahlpflicht, Bachelor-of-Arts Medienkonzeption, Bachelor-of-Science OnlineMedien, Bachelor-of-Science Medieninformatik, Hochschule Furtwangen)
     
  • Storytelling/Textkonzeption (Pflicht, Bachelor-of-Arts Medienkonzeption, Hochschule Furtwangen)
     
  • Kulturtheorie/Populärkultur (Wahlpflicht, Bachelor-of-Arts Medienkonzeption, Bachelor-of-Science OnlineMedien, Bachelor-of-Science Medieninformatik, Hochschule Furtwangen)
     
  • Projektmodul (Pflicht, Bachelor-of-Arts Medienkonzeption, Bachelor-of-Science OnlineMedien, Bachelor-of-Science Medieninformatik, Hochschule Furtwangen)
     
  • Thesismodul/Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben (Pflicht, Bachelor-of-Arts Medienkonzeption, Bachelor-of-Science OnlineMedien, Bachelor-of-Science Medieninformatik, Hochschule Furtwangen)

Lehr- und Forschungskonzept

Das Lehr- und Forschungsgebiet geht davon aus, dass eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Design, mit seinen ästhetischen, semiotischen und materiellen Eigenschaften einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der Alltagskultur und den Funktionen sozialer Handlungen leistet. Als designwissenschaftliche Disziplin, die trotz der Unsicherheit der eigenen Ansätze und Methoden ambitioniert und innovativ die Konstellationen gestalterischer Systeme und Verfahren sowohl lehrt als auch erforscht, ist es deren primäres Anliegen, einerseits die Geschichtsschreibung des Designs und andererseits dessen Theoretisierung voran zu treiben. Gegenstände des Untersuchungsinteresse sind daher im Besonderen die historische Herausbildung und variable Wandlung von Design in der Zusammenschau mit den umgebenden Diskursen und Prozessen; im interdisziplinären und auch internationalen Kontext geht es dabei um die Lehre und Erforschung des Status von Design innerhalb einer oder mehrerer Kulturen, Wissenschaften, Ökonomien und Gesellschaften. Privilegiert werden hier u.a. das Potential von Design-Wissen ebenso wie gestalterische Wahrnehmungsweisen und -formen. Die Analyse und Aufschlüsselung von sich derart herausbildenden »Design-Regimen« einschließlich allgemeiner Merkmale des Gestalterischen / des Gestaltens basiert dazu auf Begriffsschulungen sowie auf Untersuchungen der Designkultur in geschichtlicher und theoretischer Schärfe.

 

Die Professur lehrt und erforscht vor dieser Folie Theorien und Geschichte gestalterischer Erscheinungen aus der Perspektive von Wahrnehmungs-, Wissens- und Entwurfsprozessen. Im Mittelpunkt steht sowohl das Interesse für die materiellen Bedingungen als auch die strukturellen Verlaufsformen von entsprechenden Designphänomenen im Kontext ihrer prozessualen Realisierung. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf deren Beziehungen, Kontexten und wechselseitigen Abhängigkeit zu Medien und den mit ihnen einher gehenden Kulturtechniken, die als zentraler Bezugspunkt des Designs reflexiv betrachtet werden. In der entsprechenden wissenschaftlichen Lehre wird im Zuge dessen die Vermittlung von Kompetenzen zum theoretisch wie historisch geschulten, eigenständigen Entwickeln von Konzeptideen zu spezifischen gestaltungsorientierten sowie medialen Aufgabenstellungen und deren materialabhängige Fixierung, die Ausbildung und Förderung des designwissenschaftlich fundierten »Handwerks« im Umgang, in der kritischen Bewertung und zukunftsorientierten Entwicklung »der« Gestaltung wie von Kenntnissen in Ideenfindung und Kreativität. Damit stehen u.a. solche Lehr- und Forschungsfelder im Fokus, die die Designwissenschaft sowohl mit der Methodologie der Medien- und Kulturwissenschaft als auch mit angrenzenden Gebieten wie der Kunstwissenschaft, der Musikwissenschaft, der Literaturwissenschaft, der Psychologie, der Soziologie, der Philosophie und der Semiotik mit ambitionierter Praxis in einem praxeologischen Sinn verbinden.

 

Eine Spezialisierung der Lehre und Forschung betrifft die design- und medienwissenschaftliche Auseinandersetzung mit Objekten kommunikativer bzw. grundsätzlich informativer Provenienz. Ausgegangen wird von einem »weiten« Kommunikations- und Informationsbegriff, der all das als solchen bezeichnet, »was an Sprache so vorkommt« (Hartmann), mithin Ergebnisse kultureller Tätigkeit sozial handelnder Menschen. »Kommunikation« und »Information« werden hierbei aber nicht einzig an einzelnen Befunden festgemacht, sondern als Ergebnisse einer komplexen Interpretationsleistung verstanden; »Kommunikation« und »Information« werden dynamisch aufgefasst aus der Sicht der Grammatik (Kommunikations- und Informationsweisen), aus der Sicht kommunikativ-informierenden Handelns (Wissen über kommunikative und informierende Normen) und aus der Sicht der Kommunikations- und Informationskomposition (Organisationsprinzipien). Zugleich findet deren Zurückfaltung auf materielle Objektivationen, d.h. auf konkrete Design-Produkte statt, die ebenfalls als kommunikativ-informative Praktiken zu verstehen sind – beispielsweise als eine je eigene »Erzählung«, die die Geschichte ihrer Form ebenso »erzählt« wie diejenige ihrer Funktion und diejenige ihres jeweils individuellen Gebrauchs respektive Werts.

 

Diese fachwissenschaftliche Auffassung geht also von der Beobachtung aus, dass wer Design »macht«, umgeben ist von derartigen »Erzählungen«, die implizit wie explizit verankert sind in einer bestimmten Design- und Medienkultur. Dessen »Orte« betrachtet das von vertretene Lehr- und Forschungsgebiet, indem insbesondere die Kenntnis wissenschaftlicher Verfahrensweisen wie wissenschaftliche Methodik, Erkenntnisinteresse/-weisen, Lektüre, Recherche, Analyse, Vergleich, Nachweise und Zitieren forciert werden, um diskursive Kompetenzen zu erhöhen. Zielgerichtete Interaktion, die danach fragt, für wen ich als Designerin und Designer produziere, und Techniken argumentativer Darstellung bzw. adressorientierter Präsentation, die u.a. die Erstellung eines Projektexposés/-portfolios ermöglichen, werden in den Veranstaltungen daher durchgehend privilegiert.

 

Diese akademische Lehre und Forschung sind damit grundsätzlich im Kontext des interdisziplinären respektive des mehrmedialen Arbeitens verortet. Untersucht wird Design theoretisch als universelle Matrix von Zeichenmodellen mit ihren jeweils differenzierten ästhetischen, sozialen, kulturellen und historischen Dimensionen in komplexen Handlungs-, Symbol- und »Aufschreibesysteme[n]« (Kittler). Dazu orientiert sich die Professur auf Entwicklungen des Designs im 20. und vor allem 21. Jahrhundert mit Blick auf jeweils neu ausgeprägte Gestaltungsarten und mediale Muster einschließlich deren Konstitutionsbedingungen. Hier geht es u.a. um Geschichte, Formen und Funktionen wichtiger Design- und Mediengenres; relevante Design- und Medientheorien und ihre praktische Relevanz; Methoden der Design- und Medienanalyse/-kritik und Fähigkeiten zu dieser Analyse/Kritik; Untersuchungen zu deren Materialität im konkreten Anwendungskontext; Fragen der Produktions- und Rezeptionsästhetik von Design sowie dessen Medien, einen Überblick über Konzepte und Arbeitsformen von Designerinnen und Designern und deren Arbeitsfeldern in Vergangenheit, Gegenwart und – crossmedialer – Zukunft.

 

Das Lehr- und Forschungsprofil richtet sich also in besonderer Weise an Studierende, die gestalterische Fähigkeiten mit einer ausgeprägten Neigung zur kritisch-wissenschaftlichen Auseinandersetzung und Reflexion verbinden. Dazu ist ein Interesse für relevante Strömungen design- und medienwissenschaftlicher Theorien unabdingbar, zumal die Grundlagen für eine kritische und theoretisch versierte Designpersönlichkeit gelegt werden sollen. Hierfür spezifisch ist die weitere Fokussierung auf (post-)moderner respektive poststrukturalistischer Kulturphilosophie sowie die Reflexion von aktuellen Dimensionen im Bereich dominanter gestalterischer Medien. In der Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Diskursen werden so sowohl textuelle als auch narrative und kommunikative wie konzeptionelle und organisatorische Kompetenzen entwickelt, um gestalterische Praktiken zu begreifen, mitzuprägen und dann selbstredend auch neu zu erfinden. Die Studierenden lernen dazu effektive Techniken der Medienredaktion; sie lernen wissenschaftliche Ansätze und Verfahren zur Erschießung etablierter wie experimenteller Gestaltungs-, Kultur- und Medien-Praxen kennen und werden dadurch zugleich praxisnah auf berufliche Tätigkeiten im kulturellen Feld vorbereitet. Exemplarisch wird ästhetisches Handeln analysiert und praktische Erkundung vorgenommen. Eine deratige Lehre bildet zu angewandter Kommunikations- und Theoriearbeit aus.

 

Im Zentrum der Vermittlung steht also der Erwerb von spezifisch theoretischen Qualifikationen und wissenschaftlichen Kompetenzen, die für Designprofessionelle – so die Überzeugung – unerlässlich sind. In diesem Sinn fokussiert die Professur lehrend wie forschend mit einem besonderen Schwerpunkt auf die Rolle des Theoretischen für den Bereich des Praktischen als essentielle Form universaler kultureller Grammatik. »Design« wird insgesamt als »Medium« gedacht, das für die jeweilige kommunikative und informierende Situation zu organisieren, zu projektieren und zu erschaffen ist. Geschichte, Theorie und Poetik des Design werden gelehrt und es wird zum kreativen Umgang mit ihnen im Zusammenhang auch anderer Künste (von der Malerei über Film und Sound bis hin zur Lireratur) angeregt. Das jeweils zu gestaltende Designobjekt wird als Kulturraum aufgefasst, das die Systeme der funktional differenzierten Gesellschaft abbildet. Diese wiederum nutzt das Designsubjekt zu einer Phänomenologie des Selbst, zur Selbstkonstitution wie zur Selbstkonstruktion und -expression. Der designwissenschaftlich Ausgebildete nutzt mithin die Möglichkeitsdimensionen der Theorie in der Beobachtung und Handhabung der gestalterischen, künstlerischen, medialen und auch technischen Entwicklungen, die er mit Nutzen bringenden Inhalten buchstäblich »verwebt« – in der Verknüpfung der Zeichen mit Materialien wie mit Bild, Klang, Sprache, Schrift und Bewegtbild als emergente Gestalt. Das Lehr- und Forschungsgebiet verknüpft daher technologische, soziale und kulturelle Theorie-Perspektiven in der Beobachtung, Bewertung und Entwicklung dynamischen Designs als buchstäbliche Mensch-Maschine-Interaktion.

Lehrziele/Lehrmethodik

Den Studierenden soll zur Erfüllung dieser Stoßrichtung die zentrale Bedeutung design- und medienwissenschaftlicher Analysen sowohl für das gesellschaftliche Zusammenleben als auch für das Leben in den jeweiligen Lebenswelten nahe gebracht und dargelegt werden, wie sich mit dieser die Realität theoretisch und methodisch beschreiben, erklären, interpretieren und untersuchen lässt. Die Studierenden erwerben systematisch zudem fachspezifische Kompetenzen und anwendungsorientierte Grundlagen für die Urteilsfähigkeit im Umgang mit design- und mediengeschichtlichem Wissen. Ihnen wird ermöglicht, wissenschaftliches Denken mit Motivation und Begeisterung zu erlernen und in ihren späteren Berufsfeldern einen verantwortlichen und professionell-versierten Umgang damit in fächerübergreifender Perspektive auszubilden. Im interdisziplinären Diskurs schärfen sie den Blick auf Design in seiner historischen Prozessualität; auf der Basis von Theoriegrundlagen setzen sie sich kritisch und konstruktiv mit unterschiedlichen gestalterischen Ausprägungen auseinander; sie entwickeln ein Sensorium für die Möglichkeitsdimensionen kreativen Ausdrucks in Abstimmung mit materialen, visuellen, audiovisuellen, verbalen respektive mehrmedialen »Elementen«.

Diese Ausrichtung der Lehre verbindet analytische und kooperative Lehr- und Lernformen miteinander, um die Wissensvermittlung implizit zu unterstützen und die Realisierungsperspektive explizit zu stärken. Dies erfolgt neben der Lektüre theoretischer und ästhetischer Originalquellen anhand praxisbezogener Arbeiten, indem vorliegende und entstehende Designprodukte detailliert besprochen und mit kulturellen Handlungen in Beziehung gesetzt werden. Die Lehrmethodik entspricht der Überzeugung, dass projektbezogene Unterrichtsformen in hohem Maße individuelles wie kooperatives Lernen ermöglichen, wenn lebens- und berufspraktische Relevanz in der konkreten Umsetzung ausreichend Berücksichtigung finden.

 

Allgemeines Lehrziel ist es, Lernprozesse zu initiieren, mit denen einerseits Wissen erlernt wird und andererseits Anreize zum selbstständigen sowie teamorientierten Arbeiten gegeben werden. Die Studierenden sollen auch damit wiederum auf die verschiedenen Berufsfelder vorbereitet werden. Insofern verstehe ich auch die wissenschaftliche Lehre an einer Kunsthochschule als eine Berufsqualifikation und Berufsausbildung, die neben der fachlichen Qualifikation Schlüsselqualifikationen wie Sozial- und Kommunikationskompetenz, theoriegeleitete Handlungskompetenz, Teamfähigkeit, Selbstorganisation, soziale und wissenschaftliche Verantwortung, Erzähl-, Text- und Schreibkompetenz sowie Theorien/Methoden für weitere Bildungs- und Lernprozesse an die Hand gibt.

 

Besondere Bedeutung kommt meiner Lehre im Hinblick auf die Integration der Lehrinhalte innerhalb einer interdisziplinär ausgerichteten Hochschule zu. Kooperationen finden mit externen wissenschaftlichen, Design vermittelnden, redaktionellen, verlegerischen, kuratorischen und allgemein werblichen Institutionen statt. Einladungen von Gastdozenten aus dem kulturellen Sektor und der Kreativindustrie wie aus der Wissenschaft und der Designforschung sollen dieses Anliegen unterstützen. Exkursionen erfolgen zu Vermittlungseinrichtungen wie Museen und Ausstellungen bzw. zu Agenturen, Redaktionen und Verlagen. Rechercheaufgaben begleiten den inhalts- und themenzentrierten Umgang mit exemplarischen Fragestellungen, jeweils abgestimmt mit den spezifischen Interessen der Studierenden und deren individuellen gestalterischen »Geste[n]« (Flusser).   

 
Die allgemeinen Lehrziele beinhalten in systematischer Folge:

 

a. Den Studierenden soll Wissen, d.h. die Fähigkeit zur Wiedergabe und praktischen Handhabung von wichtigen Schlüsselbegriffen, Theorien, Methoden und Prinzipien vermittelt werden. Dabei werden explizit verschiedene Perspektiven und Sichtweisen angrenzender Gebiete angesprochen, um einerseits die Vielfalt der Fächer darzulegen und andererseits die Studierenden zu netzwerkartigem Denken anzuregen.
 
b. Beigetragen werden soll zur Reorganisation des Erlernten, d.h. dass die Studierenden dazu befähigt und angeregt werden, Sachverhalte zu erklären, zu interpretieren, zuzuordnen und mögliche Entwicklungen vorauszusagen oder abzuschätzen.

 

c. Den Studierenden soll vermittelt werden, wie Wissen angewendet und auf neue Situationen übertragen werden kann.

 

d. Die Studierenden erhalten die Fähigkeit, das Gelernte zu bewerten, eigenständige Problemlösungen zu entwickeln und zu begründen, neue Fragen zu konstruieren sowie in diskursiven Formen und wissenschaftlichen Textformen (Diskussions-/Reflexionsessays, Hausarbeiten, Referate, Journals/Portfolios, Projektplanungen) zu synthetisieren.

 

e. Die Studierenden üben praktische Verfahren und theoretische Methoden im Umgang mit unterschiedlichen medialen Verfahren, insbesondere was die gestalterisch-künstlerische Produktion von Medien anbelangt.

 

f. Im Mittelpunkt steht auch das Bestreben, gesellschaftliche Kommunikations- und Informationskompetenz, (multi-)mediales Handwerk und phänomenologisch-ästhetische Schulung im Hinblick auf unterschiedliche Materialien, Medien und Darstellungsformen zu verbinden. Das Lehrgebiet wird immer auch als gestalterische Vermittlung kommunikativer, kreativer ästhetischer Muster und Ausdrucksmöglichkeiten gelehrt.

Gelehrt werden dementsprechend insgesamt die Grundlagen eines interdisziplinär ausgerichteten wissenschaftlichen Arbeitens. Ausgegangen wird von den allgemeinen Grundlagen wissenschaftlicher Standards, die in vertiefenden Übungen im Hinblick auf Themenfindung, Recherche, Bibliographie, Konzeption, Planung und Realisierung, Forschungsdesign, mündliche Präsentations- wie schriftliche Ausdrucksformen einstudiert werden. Individuelles Textcoaching begleitet die Arbeit mit wissenschaftstheoretischer und wissenschaftsgeschichtlicher Literatur. Im Vordergrund steht das spezifische Interesse für die Voraussetzungen, Methoden und Ziele von Wissenschaft und ihrer Form der Epistemologie, was im Speziellen mittels intensiver Lektüre und deren Übertragung in Praxisbereiche reflexiv-diskursiv Behandlung findet. Mithin gefragt werden soll, welche Charakteristika wissenschaftliche Erkenntnis aufweist, was epistemologischen Gewinn auszeichnet, ob es wissenschaftlichen Fortschritt überhaupt gibt (und falls ja: in welcher Form), welchen Status wissenschaftliche Theorien besitzen und welchen Einfluss insbesondere ästhetische, mediale und dann auch gestalterische Faktoren auf jenen haben?

Neben der Beschäftigung und der kritischen Auseinandersetzung mit ›klassischen‹ Grundlagentexten geht es darüber hinaus um die spezifische Wissenschaftstheorie der Medien- und Designkultur, wie sie zum Verständnis der Gestaltungen heute notwendig und konstitutiv ist. Im Zentrum stehen grundsätzlich die Voraussetzungen wissenschaftlichen Arbeitens, die dazu dienen, fachwissenschaftliche Erkenntnisse in den jeweiligen Fächern zu erlangen als auch davon ausgehend für Anwendungsfelder nutzbar zu machen. Dies beinhaltet Möglichkeiten und Wege der Erschließung des eigenständigen Umgangs mit gängigen Theorien und Methoden zur systematischen Bearbeitung wissenschaftlich relevanter Fragestellungen über Disziplinengrenzen hinweg. Hinzu kommen praktische Kenntnisse und Fertigkeiten, die Präsentationstechniken, Podiumsdiskussionen und Sitzungsmoderationen ebenso umfassen wie wissenschaftlich adäquate Schreib- und Analysekompetenzen. Dadurch soll darauf vorbereitet werden, selbständig innovative Design-/Medien- und in fortgeschrittener Studienphase auch Forschungsprojekte im Verlauf des Studiums zu begleiten, zu initiieren, organisatorisch zu konzipieren und erfolgreich durchzuführen, etwa im Hinblick auf das Verfassen der entsprechenden Thesisarbeit oder auch einer Promotion und den dieser zu Grund liegenden Forschungsthesen.

Um die agg. Lehrziele zu realisieren, wird in den Lehrveranstaltungen ein differenziertes Spektrum an Lehrmethoden ein, die miteinander kombiniert werden. Eingesetzte Lehr-Lern-Methoden beinhalten: Einführende Dozentenpräsentationen zur Vermittlung des thematischen Fachwissens; kooperative Lehr-/Lernformen (»Schreibkonferenzen«, THINK-PAIR-SHARE/Partnergespräch/Interviews, Kleingruppenarbeit 4-5 mit Keeper-Zuteilung und spezifischen Gruppeneinteilungen, Buzz-Groups etc.); redaktionelles Lehren und Lernen im Rahmen eines Theorie-Labors einschl. Praxis-Simulationen; Workshoparbeit zu Anwendungsfällen einschließlich Best-Practice-Analysen; individuelles Medienproduktionscoaching in Gruppenarbeitsphasen; projektbezogene Unterrichtsformen zu freien Themen; Brainstorming, Mindmapping, Metaplanning sowie andere Gedächtnis- und Strukturmethoden; Einbindung von E-Learning-Modellen, Online-Beratung und Classroom-Response-Verfahren sowie allg. veranstaltungsinterne Evaluationen und Feedbackrunden; Lektüreeinheiten zu ausgewählten wissenschaftlichen Grundlagentexten inkl. intensiver Interpretationsphasen; singuläre Einladung/Einbindung von Gastdozenten aus Praxis und Wissenschaft; Exkursionen zu Redaktionen und Agenturen zwecks weiter führender praktischer Orientierung.

Lehrveranstaltungen

Hochschule Furtwangen, seit 2012

 

SoSe 2017

  • Forschungsfreisemester (keine reguläre Lehre)

 

WiSe 2016/17

  • Digitale Designästhetik (Vorlesung, 2 SWS)
     
  • How to tell a story (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Designtheorie/Designpraxis (Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Theorie, Geschichte und Anwendung digitaler Gestaltungen (Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Lesen – Schreiben – Denken: Wissenschaftspraxis (Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs A (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • App-Konzeption: Audible Reading (Projekt, 2 SWS)
     
  • BÜCHER MACHEN: Reflexion, Erhebung und Gestaltung eines Mediums für Kinder II (Projekt, 2 SWS)


SoSe 2016

  • Media Design Culture (Vorlesung, 2 SWS)
     
  • Kreativdirektion – Führungskompetenzen in Designberufen (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Gestaltungsästhetik (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Designredaktion (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Film Studies (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • AV-Analysepraxis (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs A (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • BÜCHER MACHEN: Reflexion, Erhebung und Gestaltung eines Mediums für Kinder I (Projekt, 2 SWS)
     
  • Kampagne und Realisierung eines digitalen Medienkommunikationsformats II (Projekt, 2 SWS)
     

WiSe 2015/16

  • Visuelle Medienkulturen (Vorlesung, 2 SWS)
     
  • Digitale Mediengesten (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Big Data (Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Theorien mobiler Medien und Gestaltungen (Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliche Experimentalsysteme (Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Online-Schreibszenen (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Digitaler Journalismus (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs A (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Kampagne und Realisierung eines digitalen Medienkommunikationsformats I (Projekt, 2 SWS)
     

SoSe 2015

  • YouTube-Kulturen (Vorlesung, 2 SWS)
     
  • Storytelling, Textkonzeption (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs A (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs B (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs C (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Interaktive HFU-Chronik (Masterforschungsprojekt, 2 SWS)
     
  • Schwarzwälder Bote 3.0 II (Projekt, 2 SWS)
     

WiSe 2014/15

  • Einführung in die Medien-Design-Wissenschaft (Vorlesung, 2 SWS)
     
  • Theorien der Kommunikations- und Mediengestaltung (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Einführung in die Philosophie multimedialen Designs (Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Kreative Medien-Design-Formate (Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Wie wissenschaftlich schreiben? (Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschafts- und Erkenntnistheorie (Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs A (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs B (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs C (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Angewandte Buchgestaltung – Visuelle Umsetzung im Medientransfer II (Projekt, 2 SWS)
     
  • Schwarzwälder Bote 3.0 I (Projekt, 2 SWS)
     

SoSe 2014

  • Schrifttheorie und ihre Bedeutung für die Mediengestaltungspraxis (Vorlesung, 2 SWS)
     
  • Medienkonvergente Darstellungsformen (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs A (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs B (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs C (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Was waren Theorien digitaler Fotografie? (Masterforschungsprojekt, 2 SWS)
     
  • Angewandte Buchgestaltung – Visuelle Umsetzung im Medientransfer I (Projekt, 2 SWS)
     
  • Masterkolloquium für AbschlusskandidatInnen (Masterthesis-Kolloquium)
     
  • Bachelorkolloquium für AbschlusskandidatInnen (Bachelorthesis-Kolloquium)
     

WiSe 2013/14

  • Kultur, Design und Medialität (Vorlesung, 2 SWS)
     
  • Narrative Mediengeschichte (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Einführung in die Medienästhetik (Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Theorien digitalen Designs (Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftstheorie (Masterkurs, 2 SWS)
     
  • »Wie ich eine verdammt gute Masterarbeit schreibe« (Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs A (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs B (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs C (Bachelorkurs, 2 SWS)
     

SoSe 2013

  • Theorie(n) der Gestaltung (Vorlesung, 2 SWS)
     
  • Narratologie und Mediensysteme (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Schreiben – Medienästhetik (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Medienhistoriographie (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs A (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs B (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Praxissemester Medienkonzeption (Praktikumsbetreuung, 2 SWS)
     
  • Schrift-Storys – Ausstellungsdesign digital erzählen II (Projekt-Fortsetzung, 2 SWS)
     
  • Editorial Design – Konzeption und Realisierung eines Art-Magazins II (Projekt-Fortsetzung, 2 SWS)
     

WiSe 2012/13

  • Was sind digitale Medien? (Vorlesung, 2 SWS)
     
  • Transmediale Ästhetik (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Kulturtheoretische Lektüren (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Design-Novitäten (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Methoden wissenschaftlichen Arbeitens (Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs A (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs B (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Schrift-Storys – Ausstellungsdesign digital erzählen I (Projekt, 2 SWS)
     
  • Editorial Design – Konzeption und Realisierung eines Art-Magazins I (Projekt, 2 SWS)
     

SoSe 2012

  • Narrative Grundlagen zu gestaltender Medien (Vorlesung, 2 SWS)
     
  • Medien/Design/Geschichte (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Film- und Fernsehanalyse (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Kreativität und Gegenwartskultur (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs A (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben – Kurs B (Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • qype.com (Projekt, 2 SWS)

Hochschule Pforzheim, 2014

 

SoSe 2014

  • Medienwissenschaft als Designwissenschaft (Kompaktvorlesung)

Pädagogische Hochschule St. Gallen, 2011

 

WiSe 2011/12

  • Was ist Schreiben? (Kompaktvorlesung)

Zürcher Hochschule der Künste, 2010/11

 

WiSe 2010/11

  • Interfictions: Digital Culture, Digital Storytelling, Schreiben 2.0 (Kompaktvorlesung)

Universität der Künste Berlin, 2010/2014

 

SoSe 2014

  • Medientheorie und Neues Erzählen (Kompaktseminar)

 

SoSe 2010

  • Neue deutsche Prosa (Kompaktvorlesung)
     
  • Kritik der Kunst – Kunst der Kritik (Kompaktseminar)

Technische Universität Dortmund, 2008-2012

 

WiSe 2011/12

  • Text/Bild/Gestaltung (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Kulturtheorie und Populärkultur (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Schreiben (und Lesen) – Kurs A (Proseminar/Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Schreiben (und Lesen) – Kurs B (Proseminar/Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Filmdidaktik (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Ästhetische Avantgarde (Proseminar/Bachelorkurs, 2 SWS)
     

SoSe 2011

  • Schreiben – Kurs A (Proseminar/Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Schreiben – Kurs B (Proseminar/Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Das ›Feld‹ der Literatur (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Was ist Kritik? (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Georg Büchner (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Einführung in die Literaturwissenschaft (Propädeutikum/Einführungskurs, 4 SWS)
     

WiSe 2010/11

  • Mediendidaktik (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Chancen der Literaturvermittlung (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Hugo Ball (Proseminar/Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Schreiben zu und nach Literatur – Kurs A (Proseminar/Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Schreiben zu und nach Literatur – Kurs B (Proseminar/Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Schreiben zu und nach Literatur – Kurs C (Proseminar/Bachelorkurs, 2 SWS)
     

SoSe 2010

  • Literatur – Medien – Memoria (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Literarisches Leben (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Einführung in die Literaturwissenschaft (Propädeutikum/Einführungskurs, 4 SWS)
     
  • Schreibförderung (Proseminar/Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Literarische Sozialisation (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Woyzeck (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     

WiSe 2009/10

  • Praktisches Literaturmanagement – Kurs A (Projektseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Praktisches Literaturmanagement – Kurs B (Projektseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Creative Writing – Kurs A (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Creative Writing – Kurs B (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Schreibdidaktik – Kurs A (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Schreibdidaktik – Kurs B (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     

SoSe 2009

  • Der Buchmarkt – Programmkompetenz und Literaturmanagement (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Gegenwartsliteratur von BuchmessepreisträgerInnen (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Schreib- und Lesekompetenz – Kurs A (Proseminar/Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Schreib- und Lesekompetenz – Kurs B (Proseminar/Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Theorie und Praxis des Kreativen Schreibens – Kurs A (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Theorie und Praxis des Kreativen Schreibens – Kurs B (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Schreiben über Literatur. Formen, Funktionen, intermediale Konzepte (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)

 

WiSe 2008/09

  • Vom Bleistift zum Bestseller: Grundlagen der Verlagsarbeit (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Der Literaturbetrieb: Strukturen und Perspektiven (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Kreatives Schreiben: Themen und Techniken – Kurs A (Proseminar/Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Kreatives Schreiben: Themen und Techniken – Kurs B (Proseminar/Bachelorkurs, 2 SWS)
     
  • Modelle und Methoden der Schreib- und Leseförderung – Kurs A (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)
     
  • Modelle und Methoden der Schreib- und Leseförderung – Kurs B (Hauptseminar/Masterkurs, 2 SWS)

Universität Trier, 2000-2008 (Auswahl)

 

SoSe 2007

  • Hölderlin (Proseminar, 2 SWS)
     
  • Schweizer Dramatik (Proseminar, 2 SWS)
     

WiSe 2006/07

  • E.T.A. Hoffmann (Proseminar, 2 SWS)
     
  • Kleine Literaturen: Prag und Montreal (Proseminar, 2 SWS)
     

SoSe 2006

  • Lautpoesie (Proseminar, 2 SWS)
     

WiSe 2005/06

  • Kritik. Theorie und Praxis (Proseminar, 2 SWS)

Thesen zur wissenschaftlichen Lehre im gestalterischen Studium

(A) Gestaltung wissenschaftlich lehren und lernen:

 

  • Gestaltung ist kommunikative Praxis auf der Basis theoretischer Erkenntnis.
     
  • Grundvoraussetzung einer gestalterischen Lehre ist die Vermittlung von Ideenproduktion bzw. -realisation.
     
  • In den Gestaltungsdisziplinen gibt es einen »designerly way«, der gleichsam Wissen schafft.
     
  • In der Lehre der Gestaltung gibt es ebenfalls einen »designerly way« der Wissensvermittlung, bei dem es um die Erklärung, Interpretation/Analyse und Erzeugung von Formen und Farben, Zeichen und Bildern, Ästhetik und Kommunikationsprozessen gehen kann.
     
  • Ein Gestalter bedient sich auch in der Praxis wissenschaftlicher Methoden und Erkenntnisse; im Gestaltungsalltag sind zugleich Erfahrungen, Intuition und Emotionen ein wichtigerer Bestandteil des schöpferisch-gestalterischen Prozesses; die Elemente der Gestaltung speisen sich aus einem solchen produktions- und rezeptionsästhetischen Moment (in Schöpfung und Erfahrung).
     
  • Gestaltung ist folglich niemals absolut und kann daher auch nicht schematisch generiert werden.
     
  • Gestaltung ist besonders dann wissenschaftlich-akademisch lehrbar, wenn die Lehre als Gestalter mit einer lehrenden Forschungstätigkeit als Gestalter verbunden ist: Lehren heißt dann forschen, wenn im Zentrum der Lehrtätigkeit mit den Studierenden die Wissensgenerierung und -anwendung als Suche nach Problemlösungen verstanden wird (das kann auch bedeuten, den Blick für die alltagsweltlich fassbaren, formbaren, gestaltbaren und sinnlich wahrnehmbaren Dinge zu schulen – um im Bild zu bleiben: eine Phänomenologie des Alltags zu fördern, die nicht einzig nach neuen Erkenntnissen fragt, sondern permanent etwas in Frage stellt).
     
  • Die Aufgabe des Gestaltung wissenschaftlich Lehrenden besteht denn auch darin, die Wahrnehmung der Studierenden zu sensibilisieren – bei gleichzeitiger theoretischer Reflektion (Gestalt-, Kommunikations-, Kultur-, Medientheorie) des eigenen gestalterischen Tuns vor der Folie von dessen historischem Kontext (Gestalt-, Kommunikations-, Kultur- und Mediengeschichte) und der damit einher gehenden kreativ-künstlerischen Praxis: Die Studierenden sollen lernen, Wahrnehmung und Kommunikation (für sich und für andere) erklärbar, versteh- und nachvollziehbar zu machen, etwa, wie ein Kommunikationsprozess erzeugt werden respektive aufrecht erhalten werden kann.
     
  • Derartig gestalterisches forschendes Lehren bedeutet nicht allein Lehre »über«, sondern auch »durch« Gestaltung. Auf diese Weise werden die Studierenden auf ihre spätere berufliche Tätigkeit in actu vorbereitet.
     

(B) Ziele einer wissenschaftlichen Gestaltungslehre:

 

  • Die Vermittlung von gestalterischen Grundlagen und Vorgehensweisen auf Basis von Expertenwissen aus Design, Kunst, Kultur und Medien und die Fähigkeit zur Anwendung dieses Wissens in der eigenen Entwurfstätigkeit ist ein vorrangiges Ziel der wissenschaftlichen Gestaltungslehre.
     
  • Gleichzeitig wird dabei die Entwicklung des eigenen kreativen Potentials geschult.
     
  • Es erfolgt die Sensibilisierung der (audio-)visuellen, haptischen und emotionalen Wahrnehmung.
     
  • Die Ausbildung zur Reflektionsfähigkeit der persönlichen und individuellen Wahrnehmung sowie das Hinführen zu einer Objektivierung und Distanz zu der eigenen, subjektiven Wahrnehmung ist daran anschlussfähig.
     
  • Hinzu kommt die Unterstützung des konzeptionellen Denkens sowie der bewusste Miteinbezug von ungewohnten Denk- und Sichtweisen bei der Betrachtung von gestalterischen Problemen und Aufgabenstellungen.
     
  • Zugleich wird so zu Teamarbeit und sozialen Kompetenzen hingeführt.
     
  • Die Bildung der Urteilsfähigkeit, um individuelle, ästhetische Erfahrungen in Relation zu Kultur, Kunst und Wirtschaft setzen zu können, ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Lehre.
     

(C) Wissenschaftlich-gestalterische Lehrformen:
 

  • Vorlesungen zur Wissensvermittlung können ein Pfeiler wissenschaftlich-gestalterischer Lehrformen sein – sie stellen aber keineswegs den einzigen oder gar wichtigsten dar: Mehrere, auch einwöchige Aufgabenstellungen und Übungen eignen sich in besonderer Weise, Kurzprojekte zu initiieren und im gemeinsamen Diskurs Entwürfe und Konzeptionen zu verteidigen, zu üben, die Kommilitonen und den Lehrenden davon zu überzeugen, dass Idee, Konzept und Form stimmig/überzeugend sind.
     
  • Im Vordergrund der Lehrformen steht der Design- und Wahrnehmungsdiskurs sowie der analytisch-reflektierende Umgang mit kulturellen Erscheinungen mittels Kontextualisierung, Lektüre- und Schreib-Phasen (als eine Art gestalterische Alphabetisierung oder »Schule der Wahrnehmung« zum handwerklich-technischen wie theoretisch-reflektierten Kompetenzerwerb).
     
  • Konzeptionelles Denken sowie die bewusste Einbeziehung von ungewohnten Denk- und Sichtweisen sind bei der Betrachtung von gestalterischen Problemstellungen oft entscheidend; die permanente Sensibilisierung der visuellen, haptischen und emotionalen Wahrnehmung sind im Gestaltungsprozess unentbehrlich.
     
  • Als Fundament dieser Lehrformen dient das Bestreben, die Studierenden in die Lage zu versetzen, ihre individuelle, ästhetische Urteilsfähigkeit in Relation setzen zu können, u.a. mit: der Wirtschaft; der Technologie; dem eigenen gestalterischen Schaffen; der Kultur, in der wir leben.
     
  • Wissenschaftlich-gestalterische Lehre bedeutet, so verstanden, immer auch eine Form der ästhetischen Erziehung, die Emotionalität, Expressivität und sinnliches Erleben von Welt in den Mittelpunkt stellt, um Gestalterpersönlichkeiten auszubilden, die beruflich erfolgreich sind – vor allem auch in der so genannten digitalen Welt.